Tagesarchiv für den 16. April 2011

 
 

Stolpersteine II

18 junge Auszubildende einer Zimmererklasse der JJWS spürten im Internet und bei Besuchen im Stadtarchiv dem Leben eines Bürgers der Stadt Heilbronn nach. Weil er verbotene Schriften gelesen hatte, war der Besitzer eines Besteckhauses in der Sichererstraße mehrmals verhaftet worden. Die Jahre in Buchenwald und Dachau haben Hermann Baden umgebracht. Die Auszubildenden Sandra Beringer, Christopher Salas und Sinan Alickovic trugen ihre Recherchen vor, während der Kölner Künstler Gunter Demnig einen Stolperstein für ihn ins Pflaster der Sichererstraße setzt. Er schwingt keine großen Reden, die Menschen vor Ort sollen die richtigen Worte finden, um an das ungeheuerliche Geschehen zu erinnern.

Stolpersteine I

Bewegend und informativ war der Abend mit Gunter Demnig am 14.4.2011. Frau Steudle hatte für die Aktion „Runder Tisch Stolpersteine Heilbronn“ an die JJWS eingeladen. „Vom Aktionskünstler zum Verleger von Stolpersteinen“ hätte man Gunter Demnigs Ausführungen überschreiben können. Durch viele unangenehme Erfahrungen mit Behörden gestärkt, gelang es ihm im Lauf seiner künstlerischen Entwicklung die Verlegung von Stolpersteinen in zunehmendem Maße gegen allerlei Widerstände durchzusetzen. Ein Hauptschüler habe ihm den Sinn der Stolpersteine am anschaulichsten erklärt. Demnach komme es nicht darauf an, mit den Füßen an den Steinen hängen zu bleiben, sondern „mit Kopf und Herz zu stolpern“. Genau in diesem Sinne „gestolpert“ waren auch Schüler der Damm-Realschule, als ihnen in Köln Gunter Demnigs Stolpersteine aufgefallen waren. Die Kontaktaufnahme zu Gunter Demnig war der leichtere Teil der Aufgabe, die sie sich anschließend gestellt hatten. Aufwendiger war es, die Menschen aufzuspüren, die in Heilbronn von den Nazis verfolgt und umgebracht worden waren, seien es jüdische Mitbürger, Widerstandskämpfer oder aus religiösen Gründen Verfolgte. Schüler der Zimmererklasse BFB 1 griffen diesen Faden auf und recherchierten das Leben von Hermann Baden aus der Sichererstraße 22, der als Zeuge Jehovas mehrfach verhaftet und schließlich im KZ Dachau gestorben war. Die Schulband der Damm-Realschule sorgte für eine angemessene musikalische Umrahmung des Abends. Auch für das Buffet zeigten sich Schüler und Schülerinnen der Damm-Realschule verantwortlich.